CDU-Neujahrsempfang in Lingen: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu Gast

Austausch über Reformen im Gesundheitswesen

Lingen – Über 200 Gäste aus Politik, Ehrenamt, Vereinen, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft sind der Einladung des CDU-Kreisverbandes Lingen zum traditionellen Neujahrsempfang im Hotel am Wasserfall gefolgt. Im Mittelpunkt des Abends stand der Besuch der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die in Lingen auf Vermittlung des hiesigen Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann über die anstehenden Weichenstellungen in der Gesundheitspolitik sprach – und sich in einer intensiven Diskussion den Fragen der Gäste stellte.

 

Der CDU-Kreisvorsitzende Christian Fühner machte in seiner Ansprache deutlich, dass die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in der Region längst spürbar sind: „Wir erleben bereits, dass sich Strukturen verändern – durch Zusammenlegungen, Konzentrationen und Spezialisierungen. Dieser Weg wird vielerorts Realität sein. Entscheidend ist aber, dass am Ende die Versorgung für die Menschen stimmt – verlässlich, erreichbar und qualitativ hochwertig."

 

 

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken MdB nahm sich auf dem CDU-Neujahrsempfang nach ihrer Rede viel Zeit, um die Fragen der Gäste zu beantworten. (Foto: Anika Künnemann)

 

In ihrer Rede skizzierte die Bundesgesundheitsministerin die groben Linien bei Reformen von Krankenkassen, im Pflegebereich und bei Apotheken. Dabei wurde deutlich, vor welchen gewaltigen Herausforderungen die Politik steht, will man das deutsche Gesundheitswesen vor allem auch finanzierbar halten. Im Austausch mit Nina Warken ging es insbesondere um die laufende Krankenhausreform und die angekündigten Nachbesserungen. Ziel sei es, mehr Qualität und Effizienz zu erreichen und zugleich eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten – gerade auch in ländlichen Räumen. Der Landtagsabgeordnete Fühner betonte: „Wir brauchen Spezialisierung dort, wo sie medizinisch sinnvoll ist – aber wir brauchen auch den klaren politischen Willen, möglichst viele Krankenhausstandorte zu erhalten. Das ist für die Menschen im Emsland eine Frage von Sicherheit und Vertrauen."

 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Apothekenreform, die die Bundesministerin auf den Weg gebracht hat. Grundlage ist der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung mit folgender Zielrichtung: Vor-Ort-Apotheken entlasten, wirtschaftlich stabilisieren und ihre Rolle in der Versorgung ausbauen. Fühner dazu: „Gerade im ländlichen Raum sind Apotheken ein unverzichtbarer Teil der Daseinsvorsorge. Wenn wir kurze Wege und persönliche Beratung erhalten wollen, müssen wir Vor-Ort-Strukturen wirtschaftlich tragfähig machen – und unnötige Bürokratie konsequent abbauen.“

 

Diskutiert wurde auf der CDU-Veranstaltung vor interessiertem Publikum außerdem, wie die Versorgung so organisiert werden kann, dass Facharztpraxen spürbar entlastet werden und Patientinnen und Patienten schneller zu den medizinisch notwendigen Terminen kommen. Die Bundesgesundheitsministerin verfolgt dazu ein Primärversorgungs- bzw. Primärarztsystem, in dem Hausärzte bzw. bei Kindern Kinderärzte stärker als erste Anlaufstelle steuern – kombiniert mit Instrumenten der Terminvermittlung und möglichen Anreizen. Nina Warken betonte dabei auch die Bedeutung einer besseren Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Versorgungsangeboten – bis hin zu kooperativen Modellen.

 

Neben der Gesundheitspolitik setzte CDU-Vorsitzender Fühner zum Abschluss des Empfanges einen weiteren Akzent: „Gerade in sensiblen Bereichen wie Gesundheit brauchen wir Zuhören, Sachlichkeit und faire Debatten. Und genauso brauchen wir gesellschaftlichen Zusammenhalt – Respekt im Umgang miteinander und Menschen, die für unsere Demokratie einstehen.“ Der CDU-Kreisverband Lingen dankte am Ende allen Gästen für die starke Beteiligung und den offenen Austausch.

 

 

CDU-Kreisvorsitzender Christian Fühner MdL freute sich, Bundesgesundheitsministerin Nina Warken MdB auf dem CDU-Neujahrsempfang begrüßen zu können. (Foto: Anika Künnemann)