„Holthausen-Biene ist ein lebendiges Zukunftsdorf“

Diskussionsrunde spricht über viele Facetten der dörflichen Entwicklung

Lingen – „Wie können wir unseren Ort für die Zukunft rüsten und wie kann uns Politik dabei helfen?“ Unter diesem Titel diskutierten nun Vertreter des Ortsteils Holthausen-Biene in der Bäckerei des Familienbetriebes Wintering mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann und dem CDU-Landtagskandidaten Christian Fühner.

 


 

 

 Moderiert wurde die Veranstaltung vom Leiter des Ludwig-Windthorst Hauses, Dr. Michael Reitemeyer. Er betonte, dass die Zukunftsfähigkeit von Orten und Dörfern im ländlich geprägten Emsland von vielen Bedingungen abhänge, die von politischer Seite nicht aus dem Blickfeld geraten dürfen.

 

Während der Podiumsdiskussion wurden einige dieser Bedingungen genauer beleuchtet. So stand zunächst die nötige Infrastruktur eines Ortes im Fokus. Ortsbürgermeister Uwe Dietrich betonte, dass Holthausen-Biene mit dem Nahversorgungszentrum viel vorhalten könne und auch die Grundschule und der Kindergarten sich hoher Beliebtheit erfreuen. Dies seien Rahmenbedingungen, die auch dafür verantwortlich sind, dass junge Menschen in Holthausen-Biene wohnen und leben wollen. Dietrich verschwieg aber auch nicht, dass es auch Aufgabe von Politik sei, dass diese Bedingungen aufrechterhalten werden.

 

Christian Fühner griff diese Worte auf und versprach, dass er sich in Zukunft insbesondere dafür einsetzen wolle, dass die Grundschulen in den Orten auch auseichend Lehrpersonal bekommen. Ebenso müssten die Verwaltungsaufgaben für Grundschulleitungen endlich reduziert werden.

 

Bei den Kitas wolle sich die CDU in Niedersachsen laut Fühner dafür einsetzen, dass die Elternbeiträge abgeschafft werden und der Beruf des Erziehers deutlich attraktiver wird: „Wir brauchen für die Betreuung unserer Kinder gut ausgebildetes Fachpersonal.“

 

Albert Stegemann verwies darauf, dass der Bund in den vergangenen Jahren massiv in den Breitbandausbau investiert habe und gerade ländliche Gemeinden davon in den nächsten Jahren profitieren werden und mit Glasfaser versorgt werden.

 

Im weiteren Verlauf der Diskussion ging es um das Thema Ehrenamt. Hier verwies die Vorsitzende des Wabe e.V., Katharina Mehring, darauf, dass viele Gesetze das Ehrenamt sehr stark belasten: „Die Ehrenamtlichen brauchen hauptamtliche Entlastung und Unterstützung, wenn es beispielsweise um steuerrechtliche Aspekte gehe.“ Ebenso verwies Katharina Mehring darauf, dass der Staat das Ehrenamt dadurch stärken sollte, dass Mittel für die Qualifizierung und überörtliche Vernetzung ehrenamtlich Engagierter auch auf der kleinsten, also dörflichen Ebene zur Verfügung gestellt würden. Die konsequente Vernetzung des Ehrenamtes vor Ort, der Blick über den Tellerrand und die Entlastung bei bürokratischen Aufgaben seien zukünftig entscheidend: „Die vielen Aufgaben im Ehrenamt ließen sich gar nicht hauptamtlich erledigen, deswegen kann man jedem Politiker nur raten, sich für Vereinfachungen im Ehrenamt einzusetzen.“

 

Fühner und Stegemann unterstützten Mehring in ihrer Haltung und verwiesen darauf, dass in den letzten Jahren Netzwerk- und Ehrenamtskoordinationsstellen ausgebaut wurden, diese aber in der Fläche deutlich präsenter sein müssten. Stegemann versprach, sich auf Bundesebene auch für weniger Bürokratie einzusetzen, um damit das Ehrenamt zu entlasten.

 

Als drittes Themenfeld wurde der Bereich Wirtschaft/Gewerbe diskutiert. Der Gastgeber und Geschäftsführer der Bäckerei Wintering, Manuel Wintering, verwies auf die Auswirkungen des Fachkräftemangels, die insbesondere das Handwerk zu spüren bekommt. Ebenso sei es für ihn selbstverständlich, dass er sich im Bereich der Integration engagiere: „Bei uns arbeiten Menschen aus 18 unterschiedlichen Nationen und wir sind froh, dass auch Flüchtlinge sich für die Arbeit in einer Bäckerei gewinnen lassen, die wir gut gebrauchen können.“

 

Fühner verwies darauf, dass das duale Ausbildungssystem gestärkt werden müsse und man über mehr Berufsorientierung in den Schulen auch die hohen Abbrecherzahlen an den Universitäten senken müsse, wodurch ggf. mehr Jugendliche wieder in die Ausbildung gehen würden, was dann auch dem Handwerk zu Gute käme.

 

Am Ende waren sich alle Podiumsteilnehmer einig, dass Holthausen-Biene sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt hat. Damit der Ort aber weiterhin so lebenswert und attraktiv bleibt, müsse auch in Zukunft in einem guten Miteinander von gesellschaftlichen Gruppen, dem Ehrenamt, der Wirtschaft und der Politik über die Herausforderungen gesprochen werden.